Stolpersteine für Dessau-Roßlau
Weitere Erinnerungsmale gedenken ab 22. Mai 2013 der Opfer des nationalsozialistischen Terrors
Seit Jahren hat sich die Werkstatt Gedenkkultur (mehr dazu hier...) auf die Fahnen geschrieben, würdig an die NS-Opfer in Dessau-Roßlau zu erinnern. Eine zentrale Form dieser Bemühungen: die Aktion Stolpersteine. Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt nun am 22. Mai 2013 bereits zum sechsten Mal die in den Gehweg einzulassenden Messingplatten (mehr dazu hier...) und (hier...) und (hier...), die den von den Nazis geschundendenen, deportierten und ermordeten Menschen ihre Namen im öffentlichen Raum zurück gibt. Die Initiative setzt damit einen weiteren Meilenstein in der Erinnerungskultur einer Stadt, in der das Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B produziert wurde. Mit dem Giftgas ermordeten die Nationalsozialisten mindestens eine Millionen Menschen, vor allem europäische Juden, in den deutschen Vernichtungslagern (mehr dazu hier...).
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„Dieser Tag ist ein Erfolg für die Demokratie“
2.500 Menschen zeigen friedlich Gesicht gegen Naziaufmarsch am 09. März 2013 in Dessau-Roßlau / buntes Protest-Potpourri mit BÜHNENPROGRAMM, TOLERANZLAUF und MENSCHENKETTE

Zunächst wähnt man sich in einem Dejavû, ist doch alles wie immer an jenem Märztag in der Doppelstadt an Elbe und Mulde. Ein massives Polizeiaufgebot inkl. Absperrgitter und – schon das die erste Premiere – eine Reiterstaffel, eine Protestbühne von der schon vor Beginn der Auftaktkundgebung BUNT STATT BRAUN lauthals die „Ärzte“ oder wahlweise „Die Toten Hosen“ schallen, wehende Fahnen und Transparente des Netzwerkes GELEBTE DEMOKRATIE und die ersten Grüppchen von angereisten Neonazis, die sich auf dem Busbahnhof sammeln. Keine drei Stunden später wird dann zur Gewissheit, was wenige hofften und viele nicht für möglich gehalten haben: Die Protestkultur gegen rechts in dieser Stadt hat einen kleinen Quantensprung gemacht.
Das Konzept, mit anschlussfähigen Aktionsformen viel mehr Menschen als bislang für demokratische Alltagswelten und damit gegen den braunen Ungeist auf die Straße zu bringen, ist vollends aufgegangen. Quantitativer Ausdruck dieser Einschätzung ist eine imposante Zahl: 2.500. So viele waren es am Ende – und damit fünfmal mehr all in den vergangenen Jahren (mehr dazu hier…) und (hier…) - die zwischen Schlossplatz und Steinstraße, zwischen Museumskreuzung und Katholische Kirche und zwischen dem Jugendzirkus „Raxli Faxli“ und den Schülerbands des Liboriusgymnasiums eine unüberhörbare Botschaft im Gepäck haben: Nazis, nein Danke!
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„Wir haben ein Zeichen gesetzt und nicht nur reagiert“
Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE protestiert mit Mahnwache LICHTER GEGEN RECHTS gegen Neonazikundgebung in Dessau-Roßlau
Eins ist an jenem 07. März 2013, genau 68 Jahre nach dem alliierte Bomberverbände Luftangriffe auf die Stadt flogen, schon einmal sicher: engagierte Bürger und Bürgerinnen haben einen historischen Ort besetzt. Vor den Toren des Friedhofs III im Dessauer Stadtteil Süd stehen, wie noch im Jahr zuvor (mehr dazu hier…), keine Neonazis, sondern Demokraten und Demokratinnen die genau hier mit einer Mahnwache die aberwitzige Inszenierung von Geschichtsverfälschung und Realitätsverlust verhindert haben. An jenem Friedhof also, auf dem von den Nazis verschleppte Zwangsarbeiter_innen, aber auch Soldaten der Roten Armee, bestattet sind.
Rund 40 Rechtsextremisten aus der Region und dem gesamten Bundesland blieben der Stadt dennoch nicht erspart. Die haben sich ca. 700 Meter entfernt in Reih und Glied und mit Blickrichtung zur Fahrbahn in der Heidestraße positioniert. Umgeben von einem großen Polizeiaufgebot und mit brennenden Fackeln in der Hand, leugnen sie einmal mehr die Verbrechen des deutschen Nationalsozialismus und verhöhnen damit die Millionen von Opfern.
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Holocaustleugnung in offener facebook-Gruppe ICH KOMME AUS DESSAU
Beratungsprojekt erstattet Strafanzeige
In mehreren Beiträgen zur offenen Diskussionsgruppe ICH KOMME AUS DESSAU des sozialen Netzwerkes facebook hat ein augenscheinlich namentlich bekannter Nutzer den Holocaust geleugnet. So heißt es in einer Textstelle im Wortlaut: „(…) das die nackten Toten aus Haut und Knochen, an die wir seit 68 Jahren tagtäglich erinnert werden, gar keine jüdischen KZ-Opfer sondern nach Kriegsende in amerikanischen, britischen und französischen Gefangenenlagern planmäßig elend verhungerte deutsche Kriegsgefangene waren, weil einzelne, nämlich bösartige Zionisten in Machtstellungen, das Sterben deutscher Männer planmäßig wollten (…)“. An anderer Stelle bezieht sich der Autor zudem auf die vermeintliche Echtheit der sogenannten „Protokolle der Weisen von Zion“, die seit Ende der 20iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu den bekanntesten antisemitischen Verschwörungstheorien zählen.
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Eine Menschenkette für Dessau-Roßlau
Bunt statt Braun am 9. März 2013
Zusammen für eine tolerante, offene und demokratische Stadtgesellschaft: Das ist die Losung für den 09. März 2013. Das Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE ruft alle engagierten Bürgerinnen und Bürger zu einem bunten und phantasievollen Protest gegen einen Aufmarsch von Neonazis auf. Alljährlich im März marschieren Nazis aus dem Kameradschaftsspektrum in Dessau-Roßlau auf. Mit einem sogenannten Trauermarsch versuchen die Rechtsextremisten die historische Tatsache der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg umzudeuten und für ihre Propaganda zu nutzen (mehr hier...). An die Stelle des Gedenkens an die Verstorbenen setzen die Neonazis ihre eigene Version der Geschichte, in der ausschließlich von deutschen Opfern die Rede ist und die wahren Verursacher des Krieges ignoriert werden (mehr hier...). Diese Geschichtsverfälschung können und werden wir nicht unwidersprochen hinnehmen.
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Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE setzt mit Mahnwache LICHTER GEGEN RECHTS deutliches Zeichen
Neonazikundgebung am 07. März 2013 in Dessau-Roßlau
Es gilt als wahrscheinlich, dass Neonazis aus dem Kameradschaftsspektrum - wie bereits in den vergangenen Jahren (mehr dazu hier...) und (hier...) - am 07. März 2013 zu einer Kundgebung nach Dessau-Roßlau mobilisieren. Mit der Aktion will die extrem rechte Szene die historische Tatsache der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg umdeuten, für ihre Propaganda nutzen und damit die unsäglichen Verbrechen des Nationalsozialismus leugnen und relativieren. Nur drei Tage später, am 09. März 2013, wollen Rechtsextremisten aus der Region in einem Aufmarsch durch die Bauhausstadt ziehen. Diesen Geschichtsrevisionismus können und werden wir nicht unwidersprochen auf den Straßen dulden.
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Beratungsprojekte gegen Rechtsextremismus in Anhalt bilanzieren das Jahr 2012
Dessau-Roßlau Schwerpunkt neonazistischer Aktivitäten in der Region // Deutliche Zunahme von rechtsextremen Demonstrationen und Kundgebungen im öffentlichen Raum // Neonazikameradschaft tritt zusehends provokanter auf

Die Zahlen und Analysen der Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt (OBS) und des Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus (Projekt gegenPart) beschreiben ein deutliches Bild: In der Region Anhalt (Dessau-Roßlau, Landkreis Wittenberg, Landkreis Anhalt-Bitterfeld) gehören rechtsextreme und demokratiefeindliche Bestrebungen zur Realität auf den Straßen und öffentlichen Plätzen. Die Opferberatungsstelle registrierte im Berichtzeitraum (2012) insgesamt 23 Straf- und Gewalttaten mit einer rechtsextremen Motivation. Damit bewegen sich die festgestellten Delikte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2011: 25) auf einem nahezu unveränderten Niveau. Zudem belegt die Statistik, dass annähernd 60 % der erfolgten Angriffe (13) Körperverletzungsdelikte waren. Hinzu kommt, dass in ebenfalls 60 % der Fälle die Tatmotivation der rechten Schläger eine rassistische war.
Zwischen Elbe und Saale haben statistisch gesehen dreimal wöchentlich Rechtsextremisten Menschen bedroht, Aufmärsche organisiert, Propagandadelikte verübt und zugeschlagen. In der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau konnten erneut die meisten Meldungen festgestellt werden. So entfielen im Jahr 2012 insgesamt 41% der Einträge in der gegenPart-Chronik (mehr dazu hier...), in der Straf- und Gewalttaten, Propagandadelikte und Ereignislagen verzeichnet sind, auf die Doppelstadt.
Der bereits im 1. Halbjahr 2012 (mehr dazu hier…) konstatierte Trend, wonach sowohl die Neonazi- und Kameradschaftsszene als auch die regionalen Strukturen der NPD versuchen sich verstärkt öffentliche Geltung zu verschaffen, setze sich indes unvermindert fort. In diesem Bereich ist demnach nahezu eine Verdreifachung (von 14 Treffern in 2012 zu 6 Treffern in 2011) festzustellen.
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"Wir verneigen uns heute voller Ehrfurcht vor den Opfern und dem Leid der Überlebenden."
Gedenken an die vor 75 Jahren aus Dessau-Roßlau vertriebenen Sinti
Auf Anregung des Alternativen Jugendzentrum Dessau (AJZ) fand am 1. Februar 2013 in Kooperation mit der Stadt Dessau-Roßlau erstmals eine Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an das Unrecht der Vertreibung der Sinti, die fast alle Opfer des Holocaust an den Sinti und Roma wurden, statt. Auf der Grundlage eines historischen Dokuments, welches 53 Sinti namentlich aufführt, recherchierte das AJZ über Jahre die Leidenswege im Landeshauptarchiv in Magdeburg und dem Archiv des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau. Weitere 17 Kinder und Jugendliche, die von der Ausweisung betroffen waren, denn es waren nur über 16-jährige aufgeführt, wurden ermittelt.
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Akteure des Netzwerkes GELEBTE DEMOKRATIE werden im Internet von Neonazis diffamiert
Beleidigender Text erscheint auf Internetpräsenz Dessauer Rechtsextremisten sowie auf dem überregionalen Portal Altermedia // Strafanzeige wurde erstattet
In einem Artikel, der am 3. Februar 2013 zunächst auf der Internetseite der rechtsextremen Gruppierung „Freie Nationalisten Dessau“ (mehr dazu hier...) und (hier...) veröffentlicht wurde, werden die Mitwirkenden und Unterstützer des Netzwerkes GELEBTE DEMOKRATIE Dessau-Roßlau (mehr dazu hier...) beleidigt und diffamiert. Im szenetypischen Duktus wird der demokratische Protest gegen den bevorstehenden Naziaufmarsch am 9. März 2013 (mehr dazu hier...) in der Stadt als „vom System geförderte [s] Programm zur Umerziehung und Denunzierung des Deutschen Volkes“ bezeichnet. Dieser Text wurde außerdem auf dem überregional bekannten Neonazi-Portal „Altermedia“ veröffentlicht. Neben den erwähnten Diffamierungen wurden in der Kommentarfunktion dieser Internetseite zahlreiche weitere Beleidigungen und Bedrohungen veröffentlicht.
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Erheblicher Sachschaden nach Sprengstoffanschlag auf Alternatives Jugendzentrum Dessau
15 Neonazis aus dem Kameradschaftsspektrum provozieren am Holocaust-Gedenktag bei offizieller Veranstaltung der Stadt // polizeilicher Staatsschutz ermittelt
In den frühen Morgenstunden des 27. Januar 2013 verübten bislang unbekannte Täter einen Anschlag mit Explosivstoffen auf das Vereinsgebäude des Alternativen Jugendzentrum Dessau (AJZ) in der Schlachthofstraße. Im AJZ sind u. a. das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt (Projekt gegenPart), die Koordinierungsstelle des Lokalen Aktionsplanes für Demokratie und Toleranz der Stadt Dessau-Roßlau (mehr dazu hier...) und die Koordinierung des Netzwerkes GELEBTE DEMOKRATIE (mehr dazu hier...) ansässig.
Nach dem Mobilen Beratungsteam vorliegenden Informationen, haben Bewohner_innen und Mitarbeiter_innen gegen 01.30 Uhr einen lauten Knall wahrgenommen. Der immense Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mindestens 2000 Euro. Durch die Explosion wurde eine kombinierte Briefkasten- und Gegensprechanlage komplett zerstört. Zudem wurde die Fassade beschädigt. Durch die Wucht der Sprengung wurden einige Teile der Anlage mehrere Meter über eine angrenzende Straße geschleudert. Unmittelbar nach dem Anschlag trafen Polizeibeamte ein, die Beweismaterial für die weitere kriminaltechnische Untersuchung sicherten.
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Erneut aktive Teilnahme von Neonazis an Protestbewegung um Messerangriff in DessauNeonaziaktivisten aus Dessau und Sachsen-Anhalt beteiligen sich erneut an Protestbewegung um brutale Messerattacke auf einen 29-jährigen Fußballspieler // rechtsextreme NPD hat Aufruf unterstützt // verfassungsfeindliche Parolen skandiert und Kurt-Weill-Veranstaltung gestört // Versammlungsleiter verurteilter rechtsextremer Gewalttäter und Ex-Spieler bei ASG Vorwärts Dessau In den Abendstunden des 21. Januar 2012 haben sich nach Polizeiangaben erneut ca. 50 zum Teil vermummte Neonazis und Rechtsextremisten an einer Demonstration durch die Dessauer Innenstadt beteiligt, an der insgesamt ca. 300 Menschen teilnahmen. Darunter der bekannte Neonaziaktivist Steffen M. aus dem militanten Kameradschaftsspektrum. Mit Sigmar Z. konnte zudem der Vater des rechtsextremen Intensivtäters und ehemaligen Jugendtrainers beim Verein ASG Vorwärts Dessau, Robert Z., identifiziert werden. Auch der im vergangenen Jahr vom Amtsgericht Köthen zu einer Geldstrafe verurteilte Neonazi Philipp S., befand sich unter den Aufzugsteilnehmern.
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