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02. Oktober 2010 / Halberstadt / Region Anhalt Unter den 230 Teilnehmern einer Demonstration der NPD-Jugendorganisation "JN" (Junge Nationaldemokraten) am 02. Oktober 2010 in Halberstadtnahmen auch Personen aus Dessau-Roßlau sowie den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg teil. Unter dem Motto: „3.Oktober 1990 – Vom Regen in die Traufe! Wir wollen Leben, Freiheit, Einheit & einen souveränen Staat“ veranstaltete die Jugendorganisation der neonazistischen Partei an diesem Tag ihren inoffiziellen Auftakt für den Wahlkampf zur Landtagswahl im März 2011.
Redner der Veranstaltung brachten ihre demokratiefeindlichen und kämpferischen Positionen teils unmissverständlich zum Ausdruck. Der JN-Bundesvorsitzende, Michael Schäfer (Harz), sagte u.a.: „Die Feinde der Freiheit sind wieder an der Macht. Und wir sind dafür da, sie aus den Ämtern zu jagen.“ Der stellvertretende NPD-Landesvorsitzende von Hessen, Daniel Knebel, wetterte, „keine verordnete Gemeinschaft mit Schwarzen und mit Türken“ dulden zu wollen. Stattdessen „nicht nur den Teufel aus der Hölle treiben (zu wollen). Wir werden vor allem die Witzfiguren aus Deutschland jagen, die sich an den politischen Schalthebeln festgebissen haben."
Der sächsische JN-Landesvorsitzende Tommy Naumann (Leipzig) schwadronierte davon, dass "das System ... seinen eigenen Untergang ... nicht aufhalten" könne. "Die Zeichen stehen auf Sturm in der BRD. Unsere Aufgabe kann daher nur heißen, die Wut zu schüren, das System bloßzustellen und vor allem bereit zu sein, wenn unsere Stunde kommt – die Stunde, wenn es durch die Straßen halt: Macht Deutschland wieder frei!“ Der Hildesheimer Neonazi Dieter Riefling brachte in gewohnt offenkundiger Weise seine Überzeugung zum Ausdruck: „Wehret den Anfängen, wehret der Überfremdung, wehret euch der sogenannten Demokraten!“ „Wir sind angetreten, zu stoßen, was am fallen ist. Und übermorgen schon kann Merkel und die BRD genauso der Vergangenheit angehören wie Erich Honecker und die DDR“, ließ Riefling seinen Zukunftsvisionen freien Lauf.
Die Veranstalter der "JN" kritisierten im Nachgang die Teilnehmerinnn und Teilnehmer ihrer Demonstration, weil diese dem elitären Anspruch und Habitus, den die JN gern für sich zu vereinnahmen versuchen, nun gar nicht vermittelten. „Unglaublich diese Bilder von eintreffenden Demonstrationsteilnehmer mit Bierflaschen bewaffnet, unglaublich das Reihumgehen von Kräuterlikör unter der Mittagszeit, unglaublich das Erscheinungsbild etlicher Teilnehmer mit Jogginghosen und Landser-Hemden“, monierten die „Jungen Nationaldemokraten“ auf ihrer Homepage und resultierten das eigene Demomotto „Vom Regen in die Traufe“ als "tragisches Sinnbild“.
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