„Das Dessau zerstört wurde, haben wir den Nazis zu verdanken!“

Mehrere Hundert Menschen stehen bunt und vielfältig für Demokratie und Weltoffenheit ein/ friedliche Blockaden von Nazigegnern setzen deutliche Zeichen gegen rechtsextremen Aufmarsch am 10. März 2012 in Dessau-Roßlau

Wehende Protest-Transparente, Absperrgitter, eine Bühne und Polizeifahrzeuge im Gleisbett der Straßenbahn kündigen am Dessauer Hauptbahnhof jenes Szenario an, dass sich seit Jahren immer im März wiederholt. Mehrere Hundert Menschen sind an diesem Tag dem Aufruf des Netzwerkes GELEBTE DEMOKRATIE (mehr dazu hier…) gefolgt, um singend, pfeifend, tanzend und trompetend im gesamten Stadtgebiet mit ihrem Gesicht eine bunte und kreative Manifestation auf die Straße zu tragen. Der Grund für dieses Frühlingserwachen der etwas anderen Art: Ein so genannter Trauermarsch von Neonazis aus dem Kameradschaftsspektrum. Die rechtsextreme Szene instrumentalisiert alljährlich (mehr dazu hier…) und (hier…)  die Bombardierung der Stadt am 07. März 1945 durch alliierte Truppen dazu, um die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands zu verharmlosen und damit die Erinnerung an die NS-Opfer zu verhöhnen. Den ewiggestrigen Geschichtsverfälschern blies auch diesmal ein lautstarker Sturm der Empörung und Entrüstung um die Ohren, friedliche Sitzblockaden inklusive.



 

Absperrgitter am Hauptbahnhof

Die zentrale Protestumgebung startet pünktlich um 10.00 Uhr am Dessauer  Hauptbahnhof. Neonazis sind da noch nicht zu sehen, doch sehr wohl ein Fahnenmeer, zahlreiche Infostände und eine Bühne, von der in den kommenden zwei Stunden ein Schüttelmix mit hohem qualitativen Anspruch für die 400 Demonstrant_innen geboten wird. Und dieses Arrangement  aus politischen Statements, einer Mit-Singaktion, satirischen Anflügen und Rezitationen war tatsächlich bunt. Neben schrillen und eher langatmigen Momenten, gab es auch Gänsehaut-Feeling und lustig-rhythmische Sequenzen. Aber schön der Reihe nach.


400 Menschen nahmen an der zentralen Protestkundgebung am Dessauer Hauptbahnhof teil.



Mit einer beeindruckenden Rede (Beitrag im Wortlaut hier…) eröffneten Mika Kaiyama und Uwe Schmitter die Protestveranstaltung als Vertreter_innen des Netzwerkes GELEBTE DEMOKRATIE. Schmitter betont zunächst, dass an diesem historischen Tag sehr wohl der Opfer gedacht werden kann, jedoch nur, wenn man die geschichtlichen Zusammenhänge schonungslos und offen benenne: „Dessau wurde deshalb bombardiert und in Schutt und Asche gelegt, weil die Menschen hier -  wie im gesamten nationalsozialistischen Deutschland -  gegen alle elementaren Regeln der Menschlichkeit und Menschenwürde verstoßen haben, weil sie zwölf Jahre lang Mord und Verbrechen bislang unbekannten Ausmaßes über Europa und die Menschheit brachten.“  Wer heute hier sei und diesen Zusammenhang leugne, adressiert der Bündnisvertreter deutliche Worte an die neonazistischen Aktivisten und Mitläufer, der leugne auch weiterhin die universellen Menschenrechte.


Uwe Schmitter spricht für das Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE


Auch für das leibliche Wohl war gesorgt

Mika Kaiyama ist nicht nur im Netzwerk aktiv, sondern zugleich Sprecherin des Migrantenrates Dessau-Roßlau. Nicht zuletzt deshalb spannt sie eine argumentative Brücke zur Jetztzeit, zu den schrecklichen Erkenntnissen im Zusammenhang mit der Neonazimordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und zitiert eine Opferangehörige: „Am 9. September wurde auf meinen Vater Enver Simsek geschossen. Er starb zwei Tage später im Krankenhaus. Mein Vater war tot. Er war nur 38 Jahre alt. Mein Vater wurde von Neonazis ermordet.“


Generalmusikdirektor Antony Hermus bei der musikalischen Anleitung des "Scratch"-Chores.


Die Bühne, rappelvoll mit der Belegschaft des Theaters.





„Die Hälfte ist oben, ich hoffe die Bühne hält das aus“, leitet Moderator Daniel Kutsche dann einen Act ein, der für Furore sorgt und den gemeinhin eher als reservierten geltenden Einwohner_innen der Doppelstadt an Elbe und Mulde, ungeahnte Talente entlockt. Mitarbeiter_innen des Anhaltischen Theaters – übrigens nicht nur solche aus der Gesangs- und Schauspielsparte, sondern eben auch Techniker und Bühnenbauer – bitten zum „Scratch-Konzert“. Die Mit-Singaktion ist ein voller Erfolg und wertet das Programm ungemein auf, auch und gerade unter Motivationsgesichtspunkten. Dass die Textsicherheit nicht bei allen gegeben ist, hat das Theater offenbar einkalkuliert. Noch bevor Generalmusikdirektor Antony Hermus  die Hobbysänger_innen auf der Rasenfläche anleitet, kursieren die Textblätter mit der großen Aufschrift „korrigiere Fassung“. Während beim Stück „Ode an die Freude“ von Friedrich Schiller dem großen Klassiker angemessen, eher bedächtig intoniert wird, ging dann bei „We are the world“ so richtig die Post ab. Der Benefizsong von Michael Jackson und Lionel Richie aus den 1980iger Jahren ist aus Hunderten Kehlen zu hören, völlig egal, ob schräg gesungen oder die Töne richtig treffend, schallt es lauthals über den Bahnhofsvorplatz: „It`s true make better days, just you and me.“ Selbst spontane Beinzuckungen, die sich wenig später in ausgewachsenen Tanzeinlagen entluden, konnte der geneigte Beobachter nicht selten ausmachen. Auch Daniel Kutsche beruhigte sich indes wieder, hatte die doch völlig überbelegte Bühne schließlich standgehalten: „Bei 200 Menschen habe ich aufgehört zu zählen.“ 









Weniger laut, dafür jedoch in einem ausgewogenen Spannungsbogen zwischen nachdenklich und unmissverständlich, bezieht danach Klemens Koschig Position. Mit Blick auf die Rechtsextremisten, die sich nun langsam in unmittelbarer Hör- und Sehweite versammeln, stellt der Oberbürgermeister in Anlehnung eines Buchtitels fest: „Diese irrwitzigen Lumpen wollen wir in unserer Stadt nicht!“ Wie der Laubacher Justizinspektor Friedrich Kellner in seinem Werk  „Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne«: Tagebücher 1939-1945“, warnt Klemens  Koschig vor der Macht der Propaganda, die gerade Neonazis auch heute noch dafür einsetzten, Geschichte zu verdrehen und zu verleugnen: „Diese Verblendung der Hirne müssen wir entschieden entgegentreten.“  Für das Stadtoberhaupt ist der Protest an jenem 10. März 2012 ein wichtiges Symbol, auch und gerade mit Blick auf die deutsche Vergangenheit: „Ich danke Ihnen allen, dass Sie Zeichen setzen. Zeichen, die vor fast 80 Jahren nicht da oder zu schwach waren.“


Oberbürgermeister Klemens Koschig und Kreisoberpfarrerin Annegret Friedrich-Berenbruch

Innenminister Holger Stahlknecht, als Vertreter der Landesregierung nach Dessau-Roßlau gekommen, hat überdies deutliche Worte im Gepäck. „Ich rufe den Nazis zu: `Wir wollen Euch hier nicht`“, sagt der CDU-Politiker und appelliert wie bereits zuvor der Oberbürgermeister an die historische Verantwortung, die alle Demokraten gerade an einem solchen Tag und zu einem solchen Anlass unbedingt wahrnehmen müssten: „Das Dessau zerstört wurde, haben wir den Nazis zu verdanken.“ Dabei schlägt das Kabinettsmitglied den Bogen zur 1. Deutschen Republik. Gerade die Erfahrungen aus Weimar hätten gezeigt, dass eine „schweigende Mehrheit“ am Ende die Macht der Nationalsozialisten mit ermöglicht habe. Holger Stahlknecht fordert zudem eine interkulturelle Öffnung des Bundeslandes, dass deutschlandweit über eine der geringsten Einwanderungsraten verfügt: „Wir brauchen Menschen aus aller Welt, die bei uns zu Hause sind. Wir wollen Freunde sein.“  Der Minister erinnert zudem daran, dass die unsäglichen Verbrechen im nationalsozialistischen Deutschland nicht irgendwo, sondern eben auch vor der Haustür stattgefunden haben. Als Beispiel benennt er die Tötungsanstalt im benachbarten Bernburg und spart dabei die Täter nicht aus: „Wie perfide war es, dass es Familienväter waren, die morgens aufstanden um in der Euthanasieanstalt planvoll Menschen zu töten, um dann wieder an den heimischen Küchentisch zurückzukehren.“


Innenminister Holger Stahlknecht im Satire-Sandwich

Schon kurz vor dem Statement des Innenministers, hat sich indes ein langbeiniger Geselle mit einem überdimensionierten Schnabel auf die Bühne gepirscht. Der Kollege Adebar hört dabei in Anlehnung an eine bei Rechtsextremisten beliebten Modemarke auf den klangvollen Namen „Storch Heinar“. Die Satiretruppe um das Jusos-Projekt „Endstation rechts“ soll wohl mehr sein, als eine kurzweilige Pausenfüllung. Programmatische Ansagen a la  „Wir werden den Nazis zeigen, wo der Frosch die Locken hat“, sorgen dann tatsächlich für einiges Gelächter im Biotop des Vorbühnenbereiches, inklusive des dramaturgisch passenden Regenschauers.


Storch Heinar in seiner ganzen Pracht



Die Kreisoberpfarrerin Annegret Friedrich-Berenbruch, ihres Zeichens wie zahlreiche Kirchengemeinden auch, aktives Mitglied im Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE, hat eine klare Botschaft parat, für die sie Szenenapplaus bekommt: „Wir überlassen den Geschichtsfälschern dahinten nicht das Feld.“ Alle die heute gekommen sind, würden demnach das Grundgesetz verteidigen. Die Kirchenvertreterin schließt die anwesenden Sicherheitskräfte zudem ausdrücklich mit ein: „Die Polizei schützt die Meinungsfreiheit, nicht die Meinung.“  Wie zuvor schon andere, fordert sie darüber hinaus eine lückenlose und transparente Aufklärung der Ermittlungspannen im Zusammenhang mit den NSU-Morden.



Sachsen-Anhalts DGB-Vorsitzender Udo Gebhardt gibt ein zutiefst emotionales Statement ab. „Heute marschieren sie wieder, die Ewiggestrigen“, ruft der Gewerkschafter mit lauter Stimme und fügt hinzu: „Wer rechtsextremes Geschwafel absondert, der darf in dieser Stadt kein Gastrecht haben.“ Schließlich hätten die geistigen Väter der heutigen Neonazis, die „kulturelle Elite von Weltruf“ aus Dessau vertrieben. Damit spielt Gebhardt auf die Schließung und Vertreibung des Bauhauses durch die Nationalsozialisten an und erinnert indes noch an ein weiteres historischen Kapitel der Stadtgeschichte: „Von hier aus wurde tonnenweise Zyklon B nach Auschwitz geliefert.“

Wulf Gallert, Fraktionsvorsitzender der Partei DIE LINKE im Magdeburger Landtag, zielt in seiner Rede ebenso auf unteilbare Grundrechte ab: „Wir haben einen Konsens, für Zivilisation, für unsere Grundgesetz. Wir stehen hier gemeinsam zusammen für Humanismus ein.“ Gerade diesen Konsens akzeptierten Rechtsextremisten nicht, weil er nicht in ihr auf Ungleichheit basierendes Menschenbild passe. Gallert warnt zudem davor, rechtsextreme Gewalt und  neonazistische Strukturen vor Ort zu bagatellisieren: „Es ist nicht so, dass die Nazis ausnahmslos von Außen kommen, mit dem Zug anreisen.“ Insbesondere mit Blick auf eine rassistisch aufgeladene Protestbewegung nach einem Messerangriff im Januar diesen Jahres (mehr dazu hier…) fügt er abschließend hinzu: „Wir haben auch in Dessau erleben müssen, dass der Virus des Rassismus lebendig ist.“


Wulf Gallert forderte eine Sensibilisierung gegen Rechts vor Ort ein.

Das sieht auch Steffi Lemke, politische Bundesgeschäftsführerin von Bündnis 90/Die Grünen, wenig später so und findet deutliche Worte: „Dieser 21. Januar 2012 war uns eine Lehre. Nie wieder darf ein Nazimob unwidersprochen durch die Stadt ziehen.“


Steffi Lemke auf der Protestbühne

An diesen Gedanken knüpft Holger Hövelmann nahtlos an. Mit Blick auf die Januarereignisse in der Stadt sagt der SPD-Landtagsabgeordnete: „ Wer sich anschaut was hier in den letzten Monaten passiert ist, der muss aufwachen.“  Holger Hövelmann gibt unumwunden zu, dass er sich zum demokratischen Protest schon ein paar Menschen mehr auf den Straßen und Plätzen gewünscht hätte. Mit Blick auf die Neonazis, die sich keine hundert Meter weiter sammeln und inzwischen auf 70 Personen angewachsen sind, gibt er sich jedoch quantitativ versöhnlich und bekommt dafür aufmunternden Applaus: „Wir sind aber immer noch deutlich mehr, als dieser versprengte Haufen dort“.


Holger Hövelmann (Bildmitte)

Und während die Hip Hop- und Reggae-Crew „Sally Hohnstein“ eher den habituellen Nerv der jungen Protestgeneration mit Sprechgesangssequenzen wie „Wir brauchen keine Nazis in Dessau und nirgendwo“ trifft, präsentiert die Rezitatorin Antje Tietz  Kurt Tucholskys Gedicht „Küsst die Faschisten, wo Ihr sie trefft“.


„Sally Hohnstein“: Mit Sprechgesang gegen Nazis

Veit Wolpert beschließt das Bühnenprogramm am Hauptbahnhof. „Wir wehren uns gegen diese vergessene Geschichtsklitterung und diese dumpfe Deutschtümelei“, sagt der FDP-Landesvorsitzende, warnt zugleich vor gesellschaftlichen Unterminierungsversuchen durch die extreme Rechte und fordert ein niedrigschwelliges Eingreifen: „Treten Sie rassistischen Äußerungen im Alltag entgegen, egal wo!“


Gehören in der Stadt zum Protestinventar: Die Teletubbies

Mit solchen Aufforderungen müssen die Anti-Nazi-Teletubbies, die in der Stadt inzwischen zum festen Bestandteil der Protestkultur geworden sind, nicht erst missioniert werden. Kurz bevor sich der rechtsextreme Aufzug mit handgezählten 128 Teilnehmern vom Busbahnhof aus in Bewegung setzt, laden Tinky-Winky, Laa-Laa und Co. mit ihrem infantilen Charme zum kreativen Stadtrundgang ein.



Die erste Station: Die Kundgebung „Trompeten gegen Rechts“ in der Johannisstraße. Dort hat sich der Bläserchor der Kirchengemeinden aufgestellt, um den Nazis den Marsch zu blasen. Augenscheinlich hatten die Organisator_innen bei der Wahl des Kundgebungsstandortes eine prophetische Eingabe. Denn was vor dem 10. März 2012 höchstens gemutmaßt werden konnte, sollte sich schließlich bewahrheiten: Die Neonazidemo führte tatsächlich durch die enge Straße. Und flugs fanden sich so viele Freunde der Tubas und Posaunen ein, dass es für die Nazis kein Durchkommen mehr gab. Die erste effektive Blockade führte dazu, dass der braune Aufzug gut eine halbe Stunde feststeckte. Übrigens lautstark beschallt von internationalen Klängen aus dem Schwabehaus. Schließlich leitete die Polizei die Rechten über die Hausmannstraße ins Stadtzentrum.


Der Bläserchor der Kirchengemeinden heizt mächtig ein...


...und lockt jede Menge Musikinteressierte auf die Johannisstraße.





Bis zur Kavalierstraße in Höhe Stadtpark, dann war zunächst wieder Schluss. Gleich Dutzende Sitzblockierer_innen hatten es sich auf dem Asphalt vor der McDonalds-Filiale gemütlich gemacht. Eine der Blockade wurde dabei offiziell versammlungsrechtlich angemeldet. Nun ging es für die sichtlich frustrierten Rechtsextremisten aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen fast 90 Minuten nicht vor und zurück. Zeitlich und räumlich parallel dazu, fand am ODF-Denkmal im Stadtpark die Mahnwache „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“ statt. Auch von dort, mussten sich die Neonazis wohl oder übel ihr irrwitziges Geschichtsbild vorhalten lassen. An dem friedlichen Charakter der Aktionen änderte auch die Provokation eines augenscheinlich stark alkoholisierten Nazisympathisanten nichts, der unter den Augen zahlreicher Kameras und Polizeibeamter gleich mehrmals den Hitlergruß zeigte.  


Protest auf der Kavalierstraße




Unerwartet kam dann kurz nach 15.00 Uhr plötzlich Bewegung in die Szenerie, weil sich die Einsatzleitung für eine eher ungewöhnliche polizeitaktische Maßnahme entschied, die im Nachgang  bei Landespolitiker_innen und erfahrenen Demonstrationsbeobachter_innen zum Teil scharfe Kritik auslöste. Die Polizei hatte sich entschieden, die Rechtsextremisten über den Fußweg in Höhe Magnet-Kaufhaus an den Blockaden vorbei  zuleiten. Dabei mussten die Neonazis nicht nur ihren Lautsprecherwagen zurücklassen, da das Fahrzeug nicht hindurch passte, durch eine weitere Blockade auf dem Bürgersteig wurde zudem der Aufzug in zwei Teile geteilt. Ohne adäquate Polizeibegleitung, so der Vorwurf, liefen die Teilnehmer des Neonazi-Aufmarsches anschließend direkt durch die Gegendemonstration.

 
Alexander Weinert, Dessauer Neonaziaktivist und Anmelder des rechtsextremen Aufmarsches, auf dem Bürgersteig in der Kavalierstraße (mehr dazu hier...).


Nach dieser doch recht heiklen Situation die mit viel Glück glimpflich verlief, setzte der braune Aufzug seinen kilometerlangen Marsch in Dessaus Süden fort. Am Zwischenkundgebungsort am Friedhof III angekommen, wurden die üblichen Fackeln angezündet und der Kameradschaftsaktivist Dieter Riefling (Hildesheim) hielt eine kurze Rede, die nahezu jede krude These des Neonazi-Repertoire beinhaltete, die in der kurzen Zeit unterzubringen war. Riefling fabulierte vom wehrlosen und grundlos angegriffenen deutschen Volk, von der heldenhaften Wehrmacht, den Mordabsichten der Alliierten und erklärte sich und die anderen Aufmarschteilnehmer zur neuen deutschen Elite. Am Bahnhof Süd wurde die Demonstration schließlich beendet. 

   
 
Für das Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE ist nach dem 10. März 2012 bereits vor dem 09.  März 2013. Da haben sich die Nazis mit einem Aufmarsch erneut angekündigt. Bereits am Rande des Protestes wurden die Terminkalender gezückt, steht doch zeitnah die Nachbereitung ins Haus. Die fällt in diesem Jahr bestimmt überwiegend positiv aus. Den immerhin ging an diesem Tag ein deutliches Zeichen von der demokratischen Stadtgesellschaft aus: Wir wollen Euch nicht in dieser Stadt.



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