Aktueller Antisemitismus - Bestandsaufnahme und PräventionsansätzeFachtagung am 21. Juni 2012 in Magdeburg ![]() Was ist eigentlich und wie begegnen wir aktuellen Formen des Antisemitismus? - Das sind kurz gefasst die Fragen, mit denen sich die Fachtagung befassen will. Die Auseinandersetzung mit Antisemitismus konzentrierte sich in der Vergangenheit häufig auf rechtsextreme Strukturen einerseits, auf Zugewanderte mit muslimischem Hintergrund andererseits. Aktuelle wissenschaftliche Analysen stellen jedoch klar: Antisemitismus ist nicht auf politische Ränder oder Minderheitengruppen begrenzt. Er existiert in den verschiedensten Formen - auch jenseits rechtsextremer und offen den Judenhass propagierender Milieus. Antisemitismus gehört ebenso wie Rassismus zu den Kernmerkmalen des Rechtsextremismus, aber nicht jede antisemitische Einstellung deutet auf ein rechtsextremes Weltbild. Der aktuelle Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus vom November 201 1 stellt fest, dass eine ,,tiefe Verankerung antisemitischer Stereotype und Wahrnehmungsmuster in der Alltagskultur" vorherrscht. Laut Expertenbericht bestehen bei etwa 20 Prozent der in Deutschland lebenden Bevölkerung ,,latente" antisemitische Einstellungen. Dies decke sich auch mit den Erfahrungen der in Deutschland lebenden Juden, die mit ,,Ausgrenzung, Diffamierung, Beschimpfung und Boykottierung" konfrontiert werden. Die Fachtagung wird den aktuellen Stand der Forschung reflektieren und für neue Erscheinungsformen des Antisemitismus sensibilisieren. Schlaglichter des Antisemitismus in Sachsen-Anhalt waren u.a. die Verbrennung des Tagebuchs der Anne Frank in Pretzien (2006) oder der Übergriff auf einen Jungen jüdischen Glaubens in Laucha (2010). Hilflosigkeit prägt nach solchen Vorfällen die Debatte. Hilflos fühlen sich insbesondere auch Pädagogen und Sozialarbeiter, wenn sie mit antisemitischen Äu_erungen in Schule und Jugendarbeit konfrontiert werden. Die Fachtagung will zum Erfahrungsaustausch über verschiedene pädagogische Ansätze in der Auseinandersetzung mit Antisemitismus beitragen, Handlungsbedarfe in Sachsen-Anhalt herausarbeiten und zur Vernetzung von Akteuren beitragen.
Veranstaltungsort Das vollständige Programm können Sie hier als PDF-Datei herunterladen. Um eine verbindliche Anmeldung zur Veranstaltung wird gebeten, das entsprechende Formular finden Sie hier. Organisation/Information/Kontakt Multikulturelles Zentrum Dessau e.V. Detlev Flemming Internet: www.multikulti-dessau.de
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